In den Schadenakten von Haftpflichtversicherern, Rechtsschutzversicherern und Krankenkassen liegen Regressansprüche in erheblichem Umfang. Meist fehlt es an der Kapazität, sie in Schadenakten frühzeitig zu identifizieren.
Nach einem Unfall reguliert der Haftpflichtversicherer den Schaden, die Krankenkasse übernimmt die Heilbehandlung, der Rechtsschutzversicherer trägt die Verfahrenskosten. In vielen dieser Fälle besteht ein Anspruch, die erbrachten Leistungen von einem Dritten zurückzufordern.
Der Regress ist rechtlich klar geregelt und wird trotzdem in großem Umfang nicht geltend gemacht — häufig, weil im Tagesgeschäft die Zeit fehlt, jeden Fall auf einen möglichen Anspruch zu durchleuchten. Die Legal Data Technology GmbH zeigt mit ihrer Plattform DEPLAW, wie sich dieses Potenzial mithilfe Künstlicher Intelligenz systematisch erschließen lässt.
Regresse – Ein Erkennungsproblem
Ob ein Fall regressfähig ist, hängt an Details: einer Drittbeteiligung im Unfallhergang, einem Verschuldenshinweis im Arztbericht oder einem Anwaltsfehler, der sich erst aus dem Zusammenspiel mehrerer Dokumente ergibt. Diese Hinweise stecken verstreut im Aktenbestand — in Schadensmeldungen, Behandlungsunterlagen, Polizeiberichten und Schriftsätzen. Wer sie finden will, muss jeden einzelnen Fall aufmerksam prüfen.
In der Praxis lässt sich das mit vertretbarem Personaleinsatz kaum leisten. Bei mehreren tausend oder zehntausend Fällen im Jahr bleibt keine Zeit, jeden mit der nötigen Tiefe zu betrachten. Ein beträchtlicher Teil berechtigter Ansprüche geht auf diesem Weg verloren und verjährt, ohne jemals als Anspruch erkannt worden zu sein.
„Die wertvollsten Regressansprüche sind oft die, die im Tagesgeschäft gar nicht erst auffallen. Sie sind berechtigt und durchsetzbar, verschwinden aber schlicht im Volumen.“
— Tim Platner, Geschäftsführer der Legal Data Technology GmbH
Was KI in der Regressprüfung leistet.
An dieser Stelle verschiebt Künstliche Intelligenz die Grenze des Machbaren. Wo bislang eine Auswahl geprüft wurde, kann KI jeden Fall betrachten. Die Agenten lesen Schadensberichte, Behandlungsunterlagen und Akteninformationen und erkennen darin die Muster, die auf einen Regress hindeuten — etwa Drittbeteiligung, Verschulden, den Haftungsstatus des Verursachers oder die Kongruenz von Leistung und Schaden. Fälle, die in der manuellen Bearbeitung keine zweite Betrachtung erhalten hätten, werden so überhaupt erst als möglicher Anspruch sichtbar.
Dieselbe Analyse schärft den Blick auch in die andere Richtung. Wer Muster erkennt, die für einen berechtigten Regress sprechen, erkennt ebenso die Auffälligkeiten, die auf Ungereimtheiten hindeuten: widersprüchliche Angaben zum Schadenshergang, wiederkehrende Beteiligtenkonstellationen oder Abweichungen von typischen Schadensverläufen. Die Regressprüfung wird damit zugleich zu einem Werkzeug der Betrugserkennung — ein Nebeneffekt, der für Versicherer erheblichen Wert hat, weil er ohne zusätzlichen Prüfaufwand entsteht.
In einem zweiten Schritt bewertet die Plattform die Erfolgsaussichten. Schadenshöhe, Haftungsquote, Beweislage, Verjährung und vergleichbare Fälle fließen in eine strukturierte Einschätzung ein, die jeden erkannten Anspruch nach seiner Durchsetzbarkeit einordnet. Aus einem unübersichtlichen Bestand entsteht so eine belastbare Rangfolge, an der sich der Ressourceneinsatz ausrichten lässt.
DEPLAW verbindet Prüfung, Bewertung und Geltendmachung.
Erkennung und Bewertung schaffen den Wert; realisiert wird er erst mit der Durchsetzung. Der Unterschied von DEPLAW liegt darin, dass die Plattform alle drei Schritte in einem durchgehenden Prozess zusammenführt. Ein erkannter und als aussichtsreich bewerteter Anspruch wird nicht in eine getrennte Sachbearbeitung übergeben, sondern läuft im selben System weiter.
Anspruchsschreiben entstehen auf Basis der Akteninformationen, gehen über beA oder auf dem Postweg hinaus, Fristen werden überwacht, Reaktionen der Gegenseite verarbeitet und Verhandlungsstände fortgeschrieben. Die einzelnen Schritte übernehmen KI-Agenten als orchestrierte Bausteine eines Ablaufs, den ein Jurist gestaltet und an den entscheidenden Stellen kontrolliert. Auf diese Weise wird aus einem erkannten Anspruch eine durchgesetzte Forderung, ohne dass ein Fall zwischen Analyse und Bearbeitung verloren geht.
„Einen Anspruch zu erkennen, ist das eine. Ihn im selben durchgängigen Prozess auch zu bewerten und durchzusetzen, ist das, was aus Potenzial am Ende realisierte Forderugen macht.“
— Tim Platner, Geschäftsführer der Legal Data Technology GmbH
Jahre der Praxis, nicht Monate der Theorie.
Regressautomatisierung lässt sich nicht über Nacht aktivieren. Die Legal Data Technology GmbH hat die entsprechenden Systeme über mehrere Jahre bei Versicherungskunden aufgesetzt, im Produktivbetrieb erprobt und fortlaufend nachgeschärft. Die KI-Agenten, die heute Regressfälle erkennen und bewerten, sind nicht mit Musterdaten, sondern mit dem tatsächlichen Datenbild von Schadenakten vertraut — mit den Dokumententypen, Schadenskategorien und Haftungskonstellationen, die im Alltag vorkommen.
Relevanz für Haftpflicht, Rechtsschutz und Krankenversicherung.
Für Haftpflichtversicherer ist jeder durch Dritte verursachte Schadensfall ein potenzieller Regress; DEPLAW erkennt diese Fälle im laufenden Betrieb, statt sie am Kapazitätsengpass scheitern zu lassen.
Rechtsschutzversicherer können aufgrund der speziell angepassten Erkennung von ausstehenden Erstattungen, anwaltlichen Beratungs- und Prozessführungsfehlern und Verstößen gegen Versicherungsbedingungen umfassendes Regresspotential heben.
Krankenversicherungen, gesetzliche wie private, haben nach Unfällen Ansprüche gegen den Verursacher, die teilweise weder systematisch erfasst noch konsequent verfolgt werden. In allen drei Bereichen greift dasselbe Prinzip: Der Anspruch besteht bereits — es braucht ein System, das ihn erkennt, bewertet und durchsetzt.
Über den Ansatz.
Für die Regress-Automatisierung bietet die Legal Data Technology GmbH Versicherern und öffentlichen Einrichtungen eine individuelle Prozessanalyse auf Basis des konkreten Fallbestands an.
Über Legal Data Technology GmbH
Die Legal Data Technology GmbH (Wuppertal, gegründet 2019) entwickelt Legal Tech-Lösungen für Versicherungsunternehmen, Großkanzleien und Rechtsdienstleister. Mit DEPLAW bietet das Unternehmen eine Enterprise-Plattform für die vollständige Automatisierung juristischer Fallbearbeitung — end-to-end, in einem System, mit orchestriert eingebundenen KI-Agenten. Zum Portfolio gehört außerdem VINQO, ein auf Versicherungskunden spezialisierter Rechtsdienstleister. www.legaldata.tech