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Legal Tech Portal Unfallanwälte.de hilft nach einem Verkehrsunfall – und übernimmt die Anwaltskosten

Mit UNFALLANWÄLTE.DE wird die deutsche Legal-Tech-Landschaft um ein Portal erweitert, das sich auf die anwaltliche Abwicklung von Verkehrsunfällen spezialisiert hat und die Regulierungsstrategien der Kfz-Haftpflichtversicherer angreift. 

Der Geschädigte kann nach Auswahl eines auf der Plattform registrierten Rechtsanwalts seinen Verkehrsunfall vollständig online melden. Durch Funktionen wie die integrierte Fotofunktion für Mobilgeräte oder die digitale Unterzeichnung der Vollmacht will die Betreiberin des Services UNFALLANWÄLTE.DE, die Legal Data Technology GmbH aus Wuppertal, die Unfallabwicklung für Geschädigte auf 10 Minuten reduzieren und die Mandatsbearbeitung für den Rechtsanwalt u.a. über die integrierte online Akte effizienter gestalten. 

Integrierte Kostenübernahme

Um die Eintrittsbarriere bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts nach einem Verkehrsunfall abzubauen, setzt die Legal Data Technology GmbH auf die integrierte Kostenübernahme. 

„Wir prüfen, ob wir für den gemeldeten Unfall die Kostenübernahme gewähren können und leiten den Unfall nach Sicherstellung der Kostenfreiheit für den Geschädigten an den Unfallanwalt weiter. So kann der Geschädigte sicher sein, dass er auch dann keine Anwaltskosten tragen muss, wenn beispielsweise Haftungsquoten gebildet werden“, sagt Tim Platner, Jurist und Geschäftsführer. 

„Nur in völlig aussichtslosen Fällen, wie grob verkehrswidrigem Verhalten, evidentem Alleinverschulden oder einer Trunkenheitsfahrt können wir keine Kostenübernahme gewähren und holen dann ggfs. die Deckungszusage des Rechtsschutzversicherers ein“. Damit macht sich UNFALLANWÄLTE.DE das Prinzip der Prozessfinanzierung zu Nutze, das Legal-Tech-Unternehmen wie Geblitzt.de seit vielen Jahren erfolgreich einsetzen, um die Eintrittsbarriere bei der Inanspruchnahme von Rechtsdienstleistungen abzubauen.

Geschäftsführer Unfallanwälte

„Zwar hat ist die Zahl der Geschädigten, die nach einem Verkehrsunfall einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung ihrer Schadenersatzansprüche beauftragen, in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Viele Geschädigte wissen aber immer noch nicht, dass die Rechtsanwaltsgebühren grundsätzlich vom Schädiger getragen werden müssen oder haben Sorge, dass bei noch ungeklärter Haftung doch Rechtsanwaltsgebühren anfallen, die sie tragen müssen“.

-Tim Platner

„Unsere Mission ist ganz klar auf ‚access to justice‘ und eine einfache und gerechte Unfallabwicklung gerichtet. Denn die Kfz-Versicherer stehen auf der Seite des Schädigers und versuchen u.a. mit einem ‚aktiven Schadenmanagement‘ möglichst wenig Schadensersatz auszuzahlen. Wir stellen dieser zunehmenden Tendenz einen unabhängigen und spezialisierten Rechtsanwalt entgegen“.

Die Idee stammt dem Kanzleialltag 

Die Idee kam Platner, der über mehrere Jahre in einer Kanzlei gearbeitet hat, während der Bearbeitung der Verkehrsunfälle. „Ich habe immer wieder gemerkt, wie stressig die Abwicklung des Verkehrsunfalls für unsere Mandanten war. Manchmal haben sich Mandanten sogar Urlaub genommen, nur um ihren Autounfall abzuwickeln. Für mich war klar: das muss einfacher, schneller und bequemer gehen!

Und auch auf der Anwaltsseite kann die klassische Kanzleisoftware kaum mehr mit den berechtigten Erwartungen von Mandanten an Bearbeitungs- und Reaktionszeiten Schritt halten. Das war sehr frustrierend und für mich der Impuls zu sagen: dann verändern wir die Unfallabwicklung selbst  grundlegend!“

Als Platner mit seinem Schulfreund, Sebastian Adams, der zu diesem Zeitpunkt noch als Informatiker bei Accenture arbeitete, die Idee besprochen hat, stand der Entschluss schnell fest: „Wir machen es. Die Entscheidung hat ungefähr 2 Sekunden gedauert und fiel während einer Autofahrt“, erinnert sich Adams. 

Die Anfänge des Wuppertaler Startups

Es folgte die Gründung der Legal Data Technology GmbH im Januar 2019, die im Wuppertaler Technologiezentrum ansässig ist und inzwischen aus einem Team aus Juristen, Informatikern und Kfz-Experten besteht, das seit einem Jahr gemeinsam an der Entwicklung der Plattform arbeitet. 

Tim Platner hat als technikaffiner Jurist dafür lukrative Jobangebote von Großkanzleien abgelehnt und auch Sebastian Adams, Entwicklungsleiter und vorher bei SAP und Accenture tätig, hat seinen sicheren Arbeitsplatz aufgegeben, um an der Entwicklung von UNFALLANWÄLTE.DE zu arbeiten. 

Mit ihrer Idee haben es die Gründer nicht nur in das TechBoost-Programm der Deutschen Telekom geschafft, sondern konnten sich im Finale des Berg-Pitches den mit 1.000,00 € dotierten, zweiten Platz sichern.

Inzwischen ist das Unternehmen, das in einem kleinen 30qm Büro startete, auf knapp 10 Teammitglieder, darunter zwei Auszubildende, angewachsen – Tendenz stark steigend. Dabei ist der Gründerspirit aber nicht verloren gegangen. Neben Gratis-Obst und einem stark beanspruchten Kaffeevollautomaten arbeiten im Open-Space-Büro Informatiker an der Seite von Juristen und entwickeln neue Softwarelösungen. Freitags ist Home-Office-Tag für die Entwickler. 

Legal-Tech-Abwicklungssoftware sorgt für hohe Effizenz – und Nachfrage

Legal Tech für Verkehrsunfälle
Durch die Software von Unfallanwälte.de werden die Verkehrsunfälle mit KI analysiert und optimale Handlungsstrategien vorgeschlagen.

Das technische Herzstück liegt in der integrierten Abwicklungssoftware, die durch das Team aus Juristen, Informatikern und Kfz-Experten kontinuierlich weiterentwickelt wird. 

Sebastian Adams erklärt: „Damit vereinfachen und beschleunigen wir die inhaltliche Bearbeitung der Mandate deutlich, was von Mandanten nicht nur geschätzt, sondern in Zeiten von Echtzeitkommunikation geradezu erwartet wird. Im ersten Schritt haben wir die Prozessautomation grundlegend entwickelt und ausgebaut. Die ersten 5-6 Schreiben werden vollautomatisch erstellt und versendet. Für die inhaltliche Erfassung des Schriftverkehrs entwickeln und trainieren wir neben Data-Extraction-Tools zurzeit eine Natural-Language-Processing-KI, um auf eingehende Schreiben vollautomatische Antworten entwickeln zu können“. 

Dabei werden die Funktionen in Abstimmung mit den Partnerkanzleien konzeptionell entwickelt und anschließend mit den eigenen Entwicklern umgesetzt. Tim Platner: „Die starke Reflexion der konzeptionellen Entwicklung mit unseren Partnerkanzleien ist unverzichtbar für eine praxistaugliche Software. Wir haben das große Glück, äußerst fähige Entwickler im Team zu haben, um Änderungen oder Ergänzungen sofort zu implementieren“. 

Sebastian Adams: „Ein Beispiel: wir haben einem Partneranwalt ein Modul vorgestellt. Dieser wollte einige Änderungen umgesetzt wissen. Als er den Meetingraum verließ, haben wir mit der Umsetzung begonnen und wenige Tage später konnten wir die abgeänderte Version präsentieren. So können unserer Partneranwälte ihre Traum-Software mitgestalten und wir stellen eine anwenderfreundliche Lösung sicher. Eine Win-Win-Situation!“  

Das erste Feedback – von beiden Seiten

Obwohl der Service erst seit Januar 2020 für Endkunden zur Verfügung steht, gehören zu den Kunden der Plattform und Software bereits große Unfallkanzleien und Automobilunternehmen. „Das Feedback und die Nachfrage waren bereits vor Marktstart sowohl von der Anwaltschaft als auch von strategischen Partnern überwältigend, was in der Pre-Launch-Phase immer wieder die notwendige Motivation gegeben hat“, erinnert sich Tim Platner. 

Dass die Mission, kostenlosen, anwaltlichen Rechtsbeistand nach einem Verkehrsunfall anzubieten, nicht nur auf Beifall stieß, bemerkten die Legal-Tech-Unternehmer bereits vor Marktstart: Tim Platner: „Wir haben sehr schnell Reaktionen aus der Kfz-Versicherungswirtschaft erhalten, die sich besorgt über unser Vorhaben zeigten. Wir interpretieren das als kleines Kompliment, dass die Idee nicht so ganz schlecht ist. Wir sind für Gespräche immer offen, ein antagonistisches Feindbild von Kfz-Versicherern haben wir jedenfalls nicht“. 

Ausblicke 

Sich mit dem „status quo“ zufrieden zu geben, sei tödlich für ein Technologieunternehmen, betonen Tim Platner und Sebastian Adams. Deshalb arbeite man nicht nur kontinuierlich am Ausbau der Software, des Vertriebs und Marketings, sondern habe bereits erste Fernziele fest im Blick.

Tim Platner: „Wir haben unsere Software hochgradig modular gebaut und können extrem agil und in sehr kurzer Zeit auf neue Möglichkeiten reagieren. Ich kann das jetzt noch nicht konkretisieren, aber wir sind definitiv erst am Anfang!“.

Es gäbe bereits Anfragen aus ganz Deutschland von überwiegend mittelständischen Kanzleien, die Teile der Plattform für die eigene Mandatsakquise nutzen und die prozessautomatisierte Abwicklung der Mandate nutzen wollen.

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