Technologie · Workflows
Warum DEPLAW auf BPMN setzt.
BPMN 2.0 ist der branchenübergreifende Standard zur Prozessmodellierung. Bei DEPLAW ist er nicht nur Diagramm, sondern ausführbare Logik.
Ein Ablauf, einmal als Diagramm
Start-Ereignis (Kreis) → Aufgabe (Box) → Verzweigung (Raute, FEEL-Bedingung) → zwei mögliche Enden.
Der Business-Nutzen
Ein Prozess, zwei Lesarten.
BPMN (Business Process Model and Notation) stellt Abläufe als Diagramm aus Boxen und Pfeilen dar – verständlich für Juristen und Sachbearbeiter, gleichzeitig präzise genug, um direkt von einer Maschine ausgeführt zu werden.
Der entscheidende Vorteil: keine Übersetzungslücke zwischen dem, was Ihr Team fachlich beschreibt, und dem, was am Ende läuft. Was im Editor gezeichnet wird, ist identisch mit der Logik, die DEPLAW ausführt.
- Kein Vendor-Lock-in: BPMN ist ein offener ISO-Standard, keine Eigenentwicklung von DEPLAW.
- Schnellere Umsetzung: Ohne Softwareentwicklung modellieren Fachbereiche selbst – Wochen statt Monate.
- Auditierbar: Jeder Schritt ist im Diagramm sichtbar – nachvollziehbar für Compliance und Revision.
- Zukunftssicher: Prozesse lassen sich exportieren und in anderen BPMN-Systemen weiterverwenden.
Analogie
Ein BPMN-Diagramm ist wie eine Notenschrift: Ein Musiker liest sie und versteht das Stück. Ein Computer liest dieselbe Notenschrift und spielt es ab. Keine Übersetzung, kein Informationsverlust – dieselbe Quelle für Verständnis und Ausführung.
Typische Rollen im Projekt
Technischer Deep Dive
Vom XML-Standard zur Ausführung.
DEPLAW implementiert BPMN 2.0 nach der offiziellen OMG-Spezifikation. Jedes Diagramm wird intern als BPMN-XML gespeichert – import- und exportfähig mit jeder anderen konformen Engine.
EVENTS
Start · Intermediate · End
Auslöser (Timer, Nachricht, Signal) und Abschlusszustände eines Prozesses oder Teilprozesses.
TASKS
Service · User · Script
Service-Tasks rufen KI oder externe Systeme auf; User-Tasks warten auf menschliche Freigabe.
GATEWAYS
Exclusive · Parallel
Steuern Verzweigung und Zusammenführung von Prozesspfaden anhand von FEEL-Bedingungen.
Vereinfachter Prozessausschnitt (BPMN-XML)
<bpmn:serviceTask id="KIKlassifikation" name="KI-Klassifikation">
<bpmn:extensionElements>
<DEPLAW:aiModel anonymized="true"/>
</bpmn:extensionElements>
<bpmn:incoming>Flow_Eingang</bpmn:incoming>
<bpmn:outgoing>Flow_Gateway</bpmn:outgoing>
</bpmn:serviceTask>FEEL: Bedingungen wie eine Formel
Gateway-Logik ohne Programmierung.
An jedem Gateway entscheidet eine Bedingung in FEEL (Friendly Enough Expression Language) über den weiteren Weg des Falls – lesbar wie eine Tabellenkalkulations-Formel, nicht wie Programmcode:
forderungshoehe > 5000regresswahrscheinlichkeit >= 0.8 and rechtsgebiet = "Verkehrsrecht"frist_in_tagen <= 3Service-Tasks & Erweiterbarkeit
Jeder Schritt kann ein System anbinden.
Ein Service-Task ist nicht auf die KI-Klassifikation aus dem Beispiel oben beschränkt. ÜberDEPLAW:extensionElementslässt sich jeder Task mit einer eigenen Integration verknüpfen:
KI-Klassifikation
Dokument einordnen, bevor ein Mensch es öffnet.
beA-Versand
Schriftsatz signieren und über das native beA-Postfach zustellen.
Externes Fachsystem
Forderungsdaten aus dem ERP oder der Gerichtssoftware des Mandanten abrufen.
Individuelle Integration
Ein beliebiges Kundensystem per REST-API anbinden – ohne die Kern-Engine zu ändern.
Token-basierte Ausführung
Für jeden Fall erzeugt die Engine ein Token, das entlang der Sequenzflüsse wandert. An parallelen Gateways wird es dupliziert und später wieder synchronisiert.
Fehler- & Kompensationsbehandlung
Boundary-Events fangen Fehler an einzelnen Tasks ab und leiten auf definierte Ausweichpfade um, ohne den restlichen Fallbestand zu beeinträchtigen. Retries sind pro Task konfigurierbar.
Trigger in der Fallbearbeitung
Was einen Workflow auslöst.
Ein BPMN-Workflow startet nicht von selbst. In der Fallbearbeitung kommen vier Trigger-Arten zum Einsatz, teils kombiniert innerhalb desselben Prozesses:
Ereignis
Ein Dokument, eine E-Mail oder ein beA-Schreiben geht ein
Workflow startet automatisch bei Akteneingang
Zeit
Eine hinterlegte Frist rückt in ein definiertes Zeitfenster
Fristenmonitor löst Eskalation oder Erinnerung aus
Bedingung
Ein Datenfeld erreicht einen Schwellenwert
z. B. Forderungshöhe, Regresswahrscheinlichkeit, Streitwert
Manuell
Ein Anwalt oder Sachbearbeiter stößt gezielt an
für Einzelfälle oder als Start eines Batch-Laufs über mehrere Akten
Konformität & Portabilität
Da DEPLAW den BPMN 2.0-Standard vollständig implementiert, lassen sich Prozesse aus anderen konformen Tools (z. B. Camunda Modeler) importieren und umgekehrt exportieren. Es entsteht keine Abhängigkeit von einer proprietären Notation.
Häufige Fragen
Workflows und BPMN, kurz erklärt.
Nein. Der visuelle Editor abstrahiert die BPMN-Notation zu Boxen und Pfeilen – Fachbereiche modellieren, ohne die Spezifikation im Detail zu kennen. Wer tiefer einsteigen will, kann dieselben Prozesse auch als BPMN-XML bearbeiten.
FEEL (Friendly Enough Expression Language) ist die Sprache, in der Gateway-Bedingungen formuliert werden – etwa "forderungshoehe > 5000". Sie liest sich wie eine einfache Formel, keine Programmierkenntnisse nötig.
Ja. Ein Service-Task ruft über eine definierte Schnittstelle ein beliebiges System auf – ein Kunden-ERP, eine Gerichtssoftware oder eine individuelle REST-API lassen sich einbinden, ohne die Kern-Engine zu verändern.
Ja. Da DEPLAW BPMN 2.0 vollständig implementiert, lassen sich Diagramme aus anderen konformen Tools importieren und umgekehrt exportieren – keine Abhängigkeit von einer proprietären Notation.