In dieser Folge wechselt Host Tim Platner die Perspektive: Als Verantwortlicher des Rechtsdienstleisters VINQO nimmt er Florian Skupin und die Hörer mit in den „Maschinenraum“ der Verbraucherplattform. Er erläutert die Gründungsgeschichte von VINQO, die zentrale Rolle von Technologie in der Mandatsbearbeitung und diskutiert mit Florian, wie sich Synergieeffekte erzielen lassen und welchen Stellenwert Daten dabei einnehmen.

Gemeinsam gehen beide den Ablauf der Anspruchsdurchsetzung aus Sicht eines Auftraggebers durch – von Datenschutzfragen bis zum Vorwurf des „Cherry Picking“, der anderen Legal-Tech-Anbietern gelegentlich gemacht wird, den VINQO für sich aber zurückweist. Am Ende steht ein Ausblick darauf, was sich am Rechtsdienstleistungsmarkt grundsätzlich ändern sollte.

Ein aktuelles Urteil zur Sachkundeprüfung

Tim berichtet von einer kurz zuvor ergangenen Entscheidung des AG Wiesbaden (Urteil vom 25.08.2021, Az. 93 C 603/21), die die Legal Data Technology GmbH als VINQO im eigenen Namen erstritten hat. Das Gericht stellte klar, dass die bei der Registrierung als ausreichend eingestufte Sachkunde genügt und keine gesonderte Einzelfallprüfung nötig ist, ob ein Sachverhalt besondere Schwierigkeiten aufweist. Für Tim bestätigt das seine Rechtsauffassung, dass sich Inkassodienstleistern keine inhaltlich-sachliche Einschränkung ihrer Tätigkeit im Einzelfall entgegenhalten lässt. Als Randnotiz erwähnt Florian zwei aktuelle Legal-Tech-Dissertationen: Daniel Kögels Arbeit zum urheberrechtlichen Investitionsschutz im Kontext von Legal Tech und die für Oktober 2021 angekündigte Dissertation von Bernhard Brechmann zu Legal Tech und dem Anwaltsmonopol.