Einen Workflow zu bauen setzt normalerweise voraus, BPMN zu verstehen – Bausteine, Gateways, Sequenzflüsse und die Konfiguration einzelner ServiceTasks. Das ist für viele Kanzleien die größte Hürde, um Automatisierung selbst in die Hand zu nehmen. Genau hier setzt der DEPLAW-Skill für Claude Code an: Sie beschreiben in normaler Sprache, was passieren soll – und erhalten einen fertigen, vollständig reviewbaren Workflow.
Was ist Claude Code?
Claude Code ist ein KI-Assistent des Herstellers Anthropic, mit dem man in ganz normaler Sprache – als Chat, nicht als Programmiersprache – beschreibt, was man erledigt haben möchte. Ursprünglich dafür gedacht, dass Softwareentwicklerinnen und -entwickler damit Programmierarbeiten erledigen lassen, funktioniert es im Kern wie ein sehr fähiger Chat-Assistent: Man schreibt einen Auftrag in eigenen Worten, Claude Code fragt bei Unklarheiten nach und liefert danach ein Ergebnis, das man prüfen und bei Bedarf korrigieren lassen kann.
Sie benötigen dafür lediglich einen Zugang zu Claude Code – ein separates Produkt von Anthropic, unabhängig von DEPLAW. Mehr über Claude Code selbst, wie es funktioniert und wie man es einrichtet, erfahren Sie direkt bei Anthropic:
Was ist ein „Skill“ – und was macht der DEPLAW-Skill?
Ganz allgemein kann Claude Code programmieren und Aufgaben am Computer erledigen – aber es kennt zunächst keine einzige Besonderheit von DEPLAW: nicht, wie eine DEPLAW-Workflow-Datei aufgebaut sein muss, nicht, welche Funktionen (ServiceTasks) Ihre Kanzleisoftware überhaupt anbietet, und nicht, welche Regeln die bei DEPLAW eingesetzte Workflow-Engine einhält.
Ein Skill schließt genau diese Lücke: Er ist eine Sammlung von Fachwissen und Anleitungen zu einem bestimmten Thema, die Claude Code zusätzlich „mitgegeben“ wird – wie ein Nachschlagewerk, das Claude Code vor der eigentlichen Arbeit liest. Der DEPLAW-Skill enthält genau das Wissen über DEPLAW: den vollständigen Katalog aller verfügbaren Funktionen, die Regeln der Workflow-Engine und wie ein technisch korrektes, importierbares Workflow-, Formular-, Textbaustein- oder Extraktionsvorlagen-Modell aussehen muss. Mit diesem Wissen ausgestattet wird aus dem allgemeinen KI-Assistenten ein spezialisierter Workflow-Baukasten für genau Ihre Software.
Warum das so wertvoll ist
Die Kombination aus beidem – einem KI-Assistenten, der jede Automatisierungsidee in normaler Sprache versteht, und einem Skill, der die gesamte DEPLAW-Funktionswelt kennt – bedeutet: Sie können im Prinzip jeden wiederkehrenden Ablauf Ihrer gesamten Kanzlei automatisieren lassen, ohne selbst BPMN zu beherrschen oder den Funktionskatalog auswendig zu kennen. Sie beschreiben, was passieren soll – von der einzelnen Standardmahnung bis zu mehrstufigen, fachgebietsübergreifenden Abläufen.
Entscheidend dabei: Das Ergebnis ist nie eine unsichtbare KI-Automatik, die im Hintergrund einfach loslegt. Am Ende steht immer ein ganz normales, standardisiertes BPMN-Modell – dieselbe Notation, die auch im Workflow-Editor manuell gebaute Workflows nutzen. Jeder Schritt, jede Bedingung und jede Funktion ist darin als Kästchen und Pfeil sichtbar, lässt sich öffnen, nachvollziehen und bei Bedarf ändern. Sie erhalten also die Geschwindigkeit einer KI-gestützten Erstellung und die Sicherheit einer vollständig prüfbaren, dokumentierten Automatisierung – nichts läuft produktiv, das nicht vorher als BPMN-Diagramm eingesehen wurde.
Wie es funktioniert
Der Skill kennt den vollständigen DEPLAW-Funktionskatalog – alle ServiceTasks, mit denen ein Workflow auf Ihre Kanzleisoftware zugreifen kann (Dokumente erzeugen und versenden, Buchungen anlegen, Fristen setzen, Beteiligte auslesen, KI-Prompts ausführen und vieles mehr) – sowie die Besonderheiten der bei DEPLAW eingesetzten, angepassten Workflow-Engine. Aus einer Beschreibung in eigenen Worten baut Claude Code damit ein valides BPMN-Modell, das genau auf diese Engine passt.
Ein Textbefehl könnte zum Beispiel so aussehen:
Aus einer solchen Beschreibung entsteht ein vollständiges BPMN-Modell mit den passenden ServiceTasks (z. B. NewLetter/NewPostLetter für den Versand, einem Timer-Event für die Frist und NewResubmission für die Wiedervorlage) – ohne dass Sie diese Namen kennen müssen.
Extraktionsvorlagen per Textbefehl
Neben Workflows, Formularen und Textbausteinen erzeugt der Skill auch LLM-Extraktionsvorlagen – die getesteten Sets, mit denen DEPLAW Datenpunkte per KI aus Dokumenten ausliest. Sie beschreiben, welche Werte Sie aus welchen Dokumenten brauchen („Geschäftsnummer, Mahngericht und Hauptforderung aus dem Mahnbescheid“), der Skill liefert eine importfertige Vorlage und auf Wunsch den passenden Workflow-Schritt LlmExtractionTemplateRun. Dabei hält er die Regeln ein, die sonst leicht übersehen werden:
- Eine Vorlage findet Dokumente nur über Tags – der Skill klärt vorher, wie die Dokumente getaggt werden.
- Name (ein Wort in GROSSBUCHSTABEN), Beschreibung, Prompt je Datenpunkt, Prompt-Suffix, Vergleichstyp (exakt oder semantisch) und Dokumentfilter folgen den Regeln der Vorlagen-Doku.
- Fallvariablen im System Prompt sind immer gegen fehlende Werte abgesichert, damit der Prompt bei lückenhaften Akten nicht abbricht.
- Ein Regex kommt nur auf ausdrücklichen Wunsch hinein; den möglichen Fehler
regex-validation-errorfängt der Workflow per Fehler-Boundary-Event ab. - Der KI-Konnektor bleibt leer und wird nach dem Import von Ihnen gewählt; ob pseudonymisiert wird, ist eine bewusste Datenschutz-Entscheidung. Die Testfälle legen Sie in der Oberfläche an.
Was Sie in der Praxis davon haben
Wie Sie Zugang erhalten
Der Skill steht im Marketplace zum Download bereit – exklusiv für DEPLAW-Kunden mit persönlichen Zugangsdaten. Noch keine? Wenden Sie sich an Ihren DEPLAW-Ansprechpartner bzw. den Support, dann richten wir sie für Sie ein. Den heruntergeladenen Skill legen Sie anschließend in Ihrem eigenen Claude-Code-Zugang ab. Der Skill wird mit der Plattform weiterentwickelt (aktueller Stand: 15.10.2026) – nach Neuerungen lohnt es sich, die aktuelle Fassung erneut herunterzuladen.